Donnerstag, 14. August 2014

Er ist wieder da - Timur Vermes

Er ist wieder da
von Timur Vermes
398 Seiten

# von außen # 

Eine schwarze Frisur mit Seitenscheitel ziert das schlichte weiße Cover. Der Titel wird als angedeuteter Oberlippenbart dargestellt. Das simple und doch aussagekräftige Cover erfüllt seine Aufgabe: man weiß worum es geht: ER ist wieder da.





# von innen #

# erster Satz #
Das Volk hat mich wohl am meisten überrascht.“

# Inhalt #
Man stelle sich vor, dass Hitler wieder kommt. Nein, kein „neuer“ Hitler, sondern der Hitler, der sich im Führerbunker selbst getötet hat. Er erwacht, mitten in Berlin, in der Neuzeit. Warum weiß er nicht? Das wichtigste ist: er lebt und das sieht er als Geschenk an. Die Uniform sitzt noch, doch ist er ganz allein.
So beginnt Adolf sein neues Leben im modernen, multikulturellen Berlin.
Sein erneuter Aufstieg beginnt in einem Kiosk. Der liebenswürdige Berliner Inhaber vermutet hinter der Fassaden einen begnadeten Komiker und vermittelt Hitler an eine TV-Station, dort lernt er das neue, moderne Leben der Neuzeit kennen: TV, PC, Internet, Smartphone. Während Hitler glaubt einen Weg zur Weltherrschaft gefunden zu haben, wird er als neuer Comedy-Star gefeiert.

# Zitat #
Anders ausgedrückt: Alles in allem war die Lage für mich hervorragend. So hervorragend, dass ich gleich beschloss, die Situation im Auslande genauer zu überprüfen. Leider wurde ich davon durch eine dringende Botschaft abgehalten. Jemand wandte sich unbekannterweise mit einem militärischen Problem an mich, und da ich ja derzeit gerade keinen Staat zu leiten hatte, beschloss ich kurzfristig, jenen Volksgenossen zu unterstützen. Die nächsten dreieinhalb Stunden verbrachte ich daher mit einer Minenräum-Übung namens Minesweeper.

# mein Eindruck #
Er ist wieder da, war für mich eine neue Erfahrung. Satire an sich ist eigentlich nicht mein Genre. Und so hat es mich überrascht, wie gut mir der Roman gefallen hat. Kein plumper Witz, nein, wunderbar eingebaute Verständigungsprobleme, die mich nicht selten zum schmunzeln brachten. Sei es der unterdrückte Ärger Hitlers über diese unsinnige Zeitung „Media Markt“ oder die Verwunderung über das aktuelle Nachmittagsprogramm (ich glaube das Problem kennt wirklich jeder, der es wagt mal nachmittags den Fernseher anzuwerfen).
Doch ist dieses Buch nicht nur eine Satire, sondern eine politische Satire. Und so war es immer wieder erschreckend, wie die Ansprachen von Hitler wie selbstverständlich als „extreme Comedy“ abgetan wurde, während dieser seine Witze sehr wohl ernst meinte.
Es gibt für mich keine Kritikpunkte. Ich war begeistert, über diesen brillanten Witz und die spannenden Charaktere. Da kann es nur eine Bewertung geben:


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