Samstag, 18. Oktober 2014

Tagebuch - Anne Frank

Tagebuch
von Anne Frank
320 Seiten



Ein besonderes Buch erfordert eine besondere Rezension. Oder, wie in diesem Fall, einfach eine Würdigung und Respekt.

Daher möchte ich nicht bewerten, ich möchte erzählen, wie ich mich beim Lesen gefühlt habe und wie dieses Buch mich, 15 Jahre nachdem ich es das erste Mal gelesen habe, erneut mitgenommen hat.

Der Schrecken des zweiten Weltkrieges aus der Sicht einer jungen Frau von 13 Jahren. In diesem Alter sollte sie sich maximal mit den Problemen in der Schule und mit Jungs rumschlagen, jedoch nicht mit einer Ausgrenzung, Verfolgung, Hetzjagd aufgrund Ihrer Religion.

Die Beschäftigung mit alltäglichen Problemen überwiegt zunächst. Seien es Streitigkeiten der Eltern oder mit den anderen Hinterhausbewohnern. Doch immer wieder lässt Anne auch das Kriegsgeschehen in ihre Briefe an Kitty einfließen: die Bombardierung Amsterdams, Kämpfe in den umliegenden Straßen und auch die auf den Straßen sitzenden und auf den Abtransport wartenden Juden.

So ist Anne sehr wohl bewusst in welch schwieriger Lage ihre Familie und auch die Menschen, die ihnen helfen, sind befinden. Jedoch sieht sie auch, dass es vielen Juden schlimmer ergeht als ihr-zunächst.

Mein Fazit:
Dieses Buch gehört nicht umsonst in „Das Buch der 1000 Bücher“ unserer Zeit. Meiner Meinung nach gehört dieses Buch zur Allgemeinbildung und sollte ein fester Bestandteil des Geschichtsunterrichts an unseren Schulen darstellen.
Dieses Re-Read hat sich für mich gelohnt. Dieses Buch geht noch immer unter die Haut und das Grauen der Geschichte wird zu gut dargestellt.

Ein prägendes Zitat zum Schluss:
Ich bin nicht reich, ich bin nicht hübsch, nicht intelligent, nicht klug, aber ich bin und werde glücklich sein! Ich habe eine glückliche Natur, ich liebe die Menschen, bin nicht misstrauisch und will alle mit mir zusammen glücklich sehen.

Kommentare:

  1. Gänsehaut nur beim lesen deiner Rezi...
    Ich möchte es auch noch lesen. Den Film dazu hab ich mir schon lange besorgt. War als Jugendliche mal in einem Theaterstück und war von da an, gefesselt von Anne Franks Geschichte.

    Oh mein Handy kennt Anne Frank sogar :D

    LG Sassi <3

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    1. Ja, ich musste diesmal auch kaum nachdenken, diese Rezi floss von selbst. Obwohl es anders sein musste, als bei "normalen" Romanen...

      <3

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  2. Ich hab das mal gelesen. Ich dachte es sei erwachsen, aber es ist stellenweise eher naiv. Dafür lebensnah. Sie ist ein ganz normales Mädchen, das das Glück hatte, dass ihre Erlebenisse veröffentlicht werden.

    Ich finde es ... befremdlich, dass in unserem System wenige hervorgehoben und andere vergessen werden :-(

    Übrigens gibt es in Berlin eine Ausstellung mit Zeichnungen von KZ-Insassen!

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  3. Liebe Eva,
    du hast einen wirklich sehr schönen bewegenden Beitrag geschrieben. Es freut mich, dass sich dein Re-Read gelohnt hat. Ich kenne die Geschichte von Anne FRank nur als Verfilmung und habe mich bisher noch nicht an das Buch herangetraut. Anfangs dachte ich, dass es irgendwie merkwürdig ist, die Tagebücher einer Frau zu lesen, die ermordet wurde. Es war ja schließlich ein Tagebuch, ein Buch, dem sie ihre Geheimnisse anvertraut hat. Dann gibt es aber auch die andere Seite, die es gut findet, dass Annes Geschichte erzählt wird.

    Neulich habe ich wieder mal in der Gästeliste einer Talkshow (NDR Talkshow) gestöbert und erfreut festgestellt, dass die STiefschwester von Anne Frank zu Gast ist. Das hat mich dann einfach wahnsinnig gefreut, weil das in dem Fall bedeutet hat, dass ihr Vater nochmal eine "neue" Familie gründen konnte, nachdem ihm die alte genommen wurde.

    viele Grüße
    Emma

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