Samstag, 2. Mai 2015

Das verlorene Dorf - Stefanie Kasper

Das verlorene Dorf
von Stefanie Kasper
384 Seiten

Taschenbuch: 9,99 €
E-Book: 8,99 €
(Stand: 25.04.2015)









# Die Autorin #
Die Autorin, Jahrgang 1984, ist im Bayerischen Oberland aufgewachsen und gelernte Redakteurin. Inzwischen lebt und arbeitet sie als freiberufliche Schriftstellerin im schönen Ostallgäu, wo sie sich mit Mann, zwei Söhnen und zwei Katzen auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei niedergelassen hat.
Und neben dem Schreiben? Gärtnern, Angeln & Saunieren sind ihre Steckenpferde. Nicht zu vergessen - das Abtauchen in gute Bücher.
Homepage der Autorin: www.stefanie-kasper.de
(Quelle: amazon.de)


# von außen #

# Cover #
Das Cover bereitet den Leser schon auf das Erlebnis vor: mystisch, grau, nebelig...dazu eine einsame Kirche, Kapelle abgelegen in einem Wald.....

# Klappentext #
Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt ...

# von innen #

# erster Satz #
Im Sachsenrieder Forst geht es nicht mit rechten Dingen zu.

# Inhalt #
Schattenmensch“, so wurde die Waise Rosalie im besten Falle genannt. Heute würde man sie „Albino“ nennen. Die Haut frei von Pigmenten und die Augen leuchten bei Lichteinfall rot wie Blut. Doch im 19ten Jahrhundert verbreitete ihr Aussehen Angst und Schrecken. Bereits nach der Geburt ausgesetzt, erfährt Rosalie nur Ablehnung und Hass. Nach 18 Jahren in einem Waisenhaus auf dem Lande, wird Rosalie mit 18 in ein Augsburger Waisenhaus als Küchenhilfe geschickt. Doch auch dort ist sie noch immer durch ihr Aussehen gebrandmarkt und die Tortur ihrer Kindheit und Jugend scheint nahtlos weiter zu gehen.
Als der „Waldmensch“ Romar das erste Mal das Waisenhaus betritt, ist Rosalie fasziniert. Denn auch ihm wird Misstrauen und Ablehnung entgegen gebracht und sie fühlt sich direkt mit ihm verbunden. Die Waldmenschen leben abgeschottet in einem Dorf mitten im Wald: Haberatshofen. Auch Romar scheint Interesse an Rosalie zu haben und schon bald treffen sie sich allein im Wald. Romar zeigt keine Scheu und vor allem – keine Abneigung. Er mag Rosalie so wie sie ist; sie ist etwas ganz besonderes, doch nicht erschreckend. Und auch Rosalie ist von der ruhigen, besonnenen Art von Romar überwältigt und kann ihr Glück kaum fassen, als er schon nach kürzester Zeit um ihre Hand anhält.
Nach der Verlobung und der allzu bald angesetzten Hochzeit , wird Rosalie eindringlich vor einer Heirat mit einem Haberatshofener gewarnt. Nicht zuletzt von Romar selbst, der in der Nacht vor der Hochzeit betrunken zu ihr kommt und sie anfleht, „NEIN“ zu sagen. Für Rosalie ist es undenkbar. Sie liebt Romar und möchte nicht mehr ohne ihn sein. Und so sagt sie schließlich überglücklich „JA“ und zieht mit Romar in das Walddorf. Doch weiß sie nicht, dass sie mit diesem JA auch dem Tod ein Stück näher gekommen ist.

# Zitat #
Es war verständlich. Die Brüder waren seine Bundesgenossen und wollten sein Bestes. Sie litten, wie er litt, und gleich ihm haderten sie mit ihrem Schicksal. Doch im Gegensatz zu Romar liebten sie nicht.

# mein Eindruck #
Ein nicht alltäglicher Roman, und deshalb so besonders. Es herrscht eine graue, triste, nebelige Grundstimmung, die die Geschehnisse immer wieder mit einem kleinen Schauer überzieht. Unheimlich, mysteriös und ein wenig gruselig schafft es die Autorin eine Geschichte zu erzählen, wie sie als Legende vielleicht noch durch viele Gegenden in Deutschland umher geistern und des Abends im Schein des Lagerfeuers erzählt wird.
Die historische Hauptgeschichte wird immer wieder unterbrochen, von aktuellen Episoden von Unfällen und verschwundenen Menschen im Sachsenrieder Forst. Dadurch wird zusätzlich die Geschichte um die „Frau in Weiß“ eingebaut und man sollte unbedingt noch die abschließenden Worte der Autorin lesen. Gänsehaut ist hier garantiert!
Mit der Hauptprotagonistin Rosalie hatte ich zwischendurch immer mal wieder meine Probleme. So wunderte ich mich ein ums andere Mal, dass sie die Augen so fest verschließen konnte. Doch wurde mir dann wiederum bewusst, dass sie doch nur eine Sache in ihrem Leben wollte: dazugehören, akzeptiert und geliebt werden. Und das war in ihrem Leben zum ersten Mal in Haberatshofen der Fall.
Die Charaktere sind allesamt gut beschrieben und man hat gleich ein Gefühl für die unterschwellige Bedrohung, die von jedem von ihnen ausgeht, welche jedoch perfekt hinter einer soliden Fassade versteckt ist.
Neugierig geworden? Ich kann das Buch nur empfehlen. Sehr atmosphärisch und zugleich unheimlich kann der Leser hier in eine Welt der Mythen und Legenden eintauchen und sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Haberatshofener begeben.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares beim Goldmann Verlag.

Kommentare:

  1. Huhu

    habe deinen Blog gerade entdeckt und bin gleich mal Leserin geworden! :-)
    Über einen Besuch auf meinem Blog www.lovinbooks4ever.blogspot.de würde ich mich riesig freuen!
    Vielleicht gefällt dir mein Blog sogar?!

    Liebste Grüße

    Sonja

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    1. Hallo Sonja,

      da schau ich doch gleich mal vorbei :)

      liebe Grüße
      Eva

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  2. Huhu!

    Das Buch habe ich schon auf dem Kindle! :-) Ich wollte es vielleicht nächste Woche lesen, wenn ich es schaffe.

    Ich habe dich für den "Wie ich lese"-TAG getaggt und würde mich freuen, wenn du mitmachst! :-)

    LG,
    Mikka

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