Freitag, 8. April 2016

[Interview] Eric Berg - Leipziger Buchmesse Teil 2

Schön, dass ihr wieder den Weg hier her gefunden habt! Ich hoffe Teil 1 (klick hier!) konnte euch gut unterhalten? Denn heute geht es direkt weiter!

Sie hatten schon erwähnt, dass es ein Traum für Sie war, Schriftsteller zu werden. War das schon ein Kindheitstraum oder gab es auch mal den Wunsch Feuerwehrmann zu werden?


 Eric Berg: Es mag jetzt seltsam klingen, aber schon mit 5 habe ich meine Karriere begonnen. In der Zeit hatte ich eine Phase in der ich sehr in mich gekehrt war, viel Zeit allein verbracht habe und damals habe ich begonnen mir selbst Geschichten auszudenken. Ich habe eine Geschichte nach der anderen erfunden. Über Menschen, die es in meiner Umgebung gab -Verwandte, Nachbarn-, aber manchmal habe ich mir auch Unbekannte dazu gedacht und das vermischt. Es ging auch
immer ein wenig drüber und drunter in meinen Geschichten.

Mit 14 haben wir dann in der Schule „Somerset Maugham“ durch genommen. Dieser hat Erzählungen geschrieben, die in den britischen Kolonien spielten und damals dachte ich nur „Oh mein Gott, das ist so toll. Dieser Mann reist durch die ganze Welt, sieht all die schönen Orte und überall wo er hin kommt, schreibt er eine Geschichte.“ Der Schreibtisch ist quasi der Kopf. Und das hat mich damals so begeistert, dass ich unbedingt Schriftsteller werden wollte. Aber dann passiert das, was vielen Jugendlichen passiert: meine Mutter hat zu mir gesagt „Bub, lern was Anständiges.“ Und das hab ich dann auch gemacht. Aber der Wunsch zu schreiben war immer da. Mal war er präsenter, dann eine Zeit im Hintergrund. Aber er war da. Aber dann mit Anfang / Mitte 30 ergab sich die Möglichkeit: die Zeit war da und auch die Umstände passten. Und dann habe ich meinen ersten Roman geschrieben. 

Passend dazu gab es auch hier wieder ein Video von Sasija..Neugierig, ob Onkel Karl auch einen Platz in einem Roman von Eric Berg findet? Hier erfahrt ihr es:

 
Wie genau kennen Sie Ihre Charaktere? Gibt es zum Beispiel Lebensläufe?
Eric Berg: Am Anfang war es so, dass ich alles bis ins Detail für mich selbst zusammen geschrieben habe. Ich habe quasi eine Biographie für jeden Charakter geschrieben, die waren dann so 2 Seiten lang. Aber jetzt habe ich eine gewisse Übung, ich weiß worauf es ankommt und kann mir diese Arbeit sparen. Ich gehe trotzdem lange mit meinen Figuren „herum“ und kenne sie dann schon sehr genau, bevor ich überhaupt anfange zu schreiben. 

Darf ich als Nordlicht weiter auf Krimis von unserer Ostseeküste hoffen oder zieht es Sie langsam in das Landesinnere?
Eric Berg: Ich verlasse zunächst die Inseln, die habe ich ja bald alle durch. Nun geht es auf das Festland. Ich weiß auch schon genau, wohin die nächste Reise geht, aber da müssen Sie sich überraschen lassen. (das habe ich nur unter Protest hingenommen ^^)

Zum Schluss: Wie war Ihr Tag bisher? Haben Sie überhaupt Zeit und/oder Interesse sich durch die Messe zu wühlen?
Eric Berg: Nein und ja. Ich hätte wirklich Interesse daran, aber mein Tag ist ziemlich ausgebucht. Ich hatte heute morgen schon eine Lesung und war überwältigt, dass doch so viele gekommen sind um mir zuzuhören. Nachher steht auch noch ein Bloggertreffen an. Es ist daher viel zu tun. Ich hoffe allerdings, dass ich morgen auch mal durch die Hallen schlendern kann. (hier kam ein toller Einwurf aus dem Hintergrund „Wenn Sie denn durch kommen würden....“)


Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Fragen und den Antworten von Eric Berg unterhalten :) Ich möchte mich nochmals beim Team von der Verlagsgruppe Random House (hier ganz besonders bei Frau Rosenhahn!) und natürlich bei Eric Berg für dieses Interview bedanken. Ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut, Eric Berg eine halbe Stunde lang mit all meinen Fragen zu bombardieren, die er so geduldig und ausführlich beantwortet hat. 

Es war mir eine Freude und bleibt mein Messehighlight 2016 :) 


 

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