Mittwoch, 8. Juni 2016

[Rezension] Tödlicher Fokus - Sonja Rüther

http://www.dotbooks.de/e-book/322289/toedlicher-fokus


# von außen #

Begafft wie ein Tier im Zoo. Dies war mein erster Gedanke bei dem Cover. Gefangen wie im Zoo, hinter Gittern, den Blicken eines Jeden ausgesetzt und dann natürlich auch die hungrigen Blicke der Paparazzi, man ist ständig im Blick der gesamten Öffentlichkeit.

Die Kurzinfo lässt tief blicken:

Ein Jäger weiß, wie man Hasen fängt: mit einer Schlinge, die das Opfer erst sieht, wenn es zu spät ist …
Für die junge Schauspielerin Marike geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihre erste Filmrolle bekommt – noch dazu an der Seite des charmanten Top-Stars Lars Behring. Aber während sie vor der Kamera über sich hinauswächst, fallen nach Drehschluss dunkle Schatten auf Marike: Sie fühlt sich beobachtet, verfolgt, schutzlos. Noch ahnt Marike nicht, welcher Horror ihr bevorsteht … und wie er sie verändern wird!

Im Visier des Stalkers: Ein eiskalter Thriller über Machtspiele, Besessenheit und die Abgründe, die in unserer Seele lauern.


# von innen #

# erster Satz #
Das grelle Scheinwerferlicht blendete nicht ansatzweise so stark wie die Bilder in Marike Lessings Kopf.

Grad noch auf der kleinen Theaterbühne und plötzlich im Scheinwerferlicht einer großen Kinoproduktion. Dieser unglaubliche Traum erfüllt sich für die junge Schauspielerin Marike: Sie erhält die Hauptrolle in einer deutschen Kinoproduktion mit dem Star Lars Behring. Doch nicht jeder steht hinter der steilen Karriere Marikes. Während ihre beste Freundin Jutta sich plötzlich als Managerin aufspielt, zieht sich andererseits ihr Partner Frank zurück. Die ersten Tage am Set laufen jedoch alles andere als gut. Marike fühlt sich wieder wie eine blutige Anfängerin. Die Unsicherheit wächst, sie zieht sich zurück und braucht nach den Drehtagen Zeit für sich. Sie ist abends immer häufiger allein aber plötzlich hat Marike das Gefühl, nicht mehr allein zu sein. Wird sie tatsächlich beobachtet oder liegt es nur an ihrer allgemeinen Anspannung? War da nicht doch ein Geräusch vor ihrer Haustür?

# Zitat #
Ihre Fröhlichkeit erstarb und wurde durch das Gefühl ersetzt, das sie bereits zuvor am Abend gespürt hatte. Da war jemand in der Dunkelheit.

Viele Menschen wünschen sich das Leben im Scheinwerferlicht: Ein Leben voller Glitzer und Glamour. Alle sind freundlich zu dir und niemand will dir etwas böses, denn du bist bekannt und (hoffentlich) beliebt. Sorgen kennst du nicht, denn du tust den ganzen Tag was du liebst und bekommst unendlich viel Geld dafür.
Ja, das Leben als SchauspielerIn scheint ein wahrer Traum zu sein. Aber für Marike entwickelt er sich nach und nach, nahezu schleichend, zu einem Albtraum. Und diesen Albtraum darf der Leser mit ihr erleben. Es gibt keine großen Actionszenen, keine Schock- oder Schreckmomente. Dieser Thriller baut eine kriechende, immer größer werdende, Angst auf. Man spürt die Beklemmung, die Marike mit jedem Tag mehr im Griff hat, und auch die Furcht und Panik, dass sie wirklich niemanden mehr trauen kann. Einsamkeit macht sich breit. Zusätzlich schmückt die Autorin den Thriller mit verstörenden Zwischensequenzen des Täters aus: Ein Blick in die kranke Welt einer fanatischen Person.
Ein spannendes Thema und eine besondere Welt für einen Thriller. Denn in der lichtdurchfluteten Welt der Stars gibt es auch tiefe Schatten, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen.
Ich wurde wieder nicht enttäuscht. Die Thriller von Sonja Rüther haben stets eine ganz eigene Note und lassen mich nicht selten geschockt zurück. Unvorhersehbare Wendungen, Anspannung und die schon beschriebene kriechende Angst haben diesen Thriller zu einem spannenden Leseerlebnis werden lassen. Und mal wieder muss ich während des Schreibens einer Rezension meine vorherige Bewertung doch noch ein wenig korrigieren. Es gibt nichts, worüber ich bei diesem Thriller meckern könnte. Ich wurde sehr gut unterhalten und komme deshalb zu der vollen Punktzahl!



(Quelle: Klappentext, Cover: www.dotbooks.de)

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