Sonntag, 20. November 2016

[Interview] Faye Hell - Höllische Hexengrüße aus Frankfurt!

Freitag, mein erster Tag auf der Messe, und schon dieser Tag sollte in diesem Jahr mein Messehighlight für mich bereit halten. Ich durfte Faye Hell zu einem kleinen Interview treffen. Und ich möchte euch von unserem Treffen und der Unterhaltung erzählen...




Ganz unbekannt waren wir uns nicht. Ich durfte die elfengleiche und zauberhafte Autorin schon im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse kennen lernen. Während damals das Kennenlernen und Begrüßen noch ein wenig schüchterner ausfiel, war es nun umso herzlicher. Mit einem heißen Kaffee aus dem weltbesten Azubistro der FBM sollte es los gehen.



Mit ihrem Debüt „Keine Menschenseele“ haute Faye Hell mich Anfang diesen Jahres um. Es ist eine Geschichte mit vielen kleinen Geschichten, die in einem Hotel zusammen finden....

Musste ich zunächst das Buch abbrechen, weil es für uns einfach nicht die richtige Zeit war, überzeugte es mich beim zweiten Anlauf. Ein außergewöhnlicher Horrorroman mit Tiefgang und (trotz des Titels) so viel Seele. Die Rezension findet ihr übrigens hier.

Einen Tag nach unserem Treffen erhielt Faye Hell auf der BuCon den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt im Jahr 2016. Nochmals meinen herzlichsten Glückwunsch! Du hast es verdient, liebe Faye :)



Und nun zum Interview, welches mich nachher noch gerne zum schmunzeln brachte oder für schlaflose Nächte sorgte.....



Du bist im Bereich des Horrors Zuhause. Nehmen wir nun an, du schreibst an einem Liebesroman...Wie würde der Nebenbuhler des Hauptcharakters sterben?

Also tendenziell, möglichst grausam und wenn ich dann länger drüber nachdenke, dann möglichst perfide. Nicht zu grausam, sondern Schritt für Schritt, damit er es auch mitbekommt. (hier darf man sich ein diebisches Grinsen vorstellen!)



Würdest du einen Mann anders sterben lassen als eine Frau?

Ja, in der Tat. Es kann durchaus passieren, dass Männer ein wenig grausamer sterben müssen als Frauen. (an dieser Stelle wurde das Grinsen noch ein wenig beunruhigender – zum Glück bin ich eine Frau ^^)



Stephen King, der Meister des Horrors, kann nur noch mit Licht einschlafen. Hat eines deiner Bücher oder eine eigene Geschichte schon Albträume oder sogar Phobien produziert? Hast du vielleicht Probleme in einem abgeschiedenen, kleinen Hotel zu schlafen?

(jetzt fing sie auch noch diablolisch an zu lachen!)

Das würde sich schwierig gestalten, denn ich wohne in einem ehemaligen Kurhotel aus der Kaiserzeit. Dieses Hotel ist eigentlich das Hotel aus „Keine Menschenseele“. Ich habe oft stundenlang im stockfinsteren den grauenvollen Geschichten gelauscht, die aus den Mauern gekrochen sind.

(in diesem Moment bekam die kleine Hexe eine fiese Gänsehaut...ich hab ja sogar Angst in einen beleuchteten Keller zu gehen..)

Ich habe in meinem Buch aber eine Figur, vor der auch ich Angst habe. Das ist der Sandmann aus der Geschichte „vier Minuten“, das ist meine eigene Horrorvorstellung.



Gibt es eine Angst oder einen Albtraum, der dich schon seit der Kindheit begleitet?

Ich habe Platzangst, wenn der Raum oder die Fläche zu groß wird. Und hatte als Kind einen wiederkehrenden Albtraum.



Viele Autoren bringen ihre Freunde und Familienmitglieder in ihre Romane ein. In einem Horrorroman kommt so eine Rolle nicht immer gut an. Landen dann trotzdem geliebte Menschen im Hotel oder sind es gar die ungeliebten, nervigen Nachbarn, wenn du denn Nachbarn hättest?

Ja, ich habe in meinem zweiten Roman eine Figur eingebaut, gegen die ich noch immer einen Groll hege. Ich habe die schlechten Eigenschaften und die Person so beschrieben und sogar einen Teil vom Namen übernommen, so dass diese Person sich definitiv wiedererkennen wird! (Wie böse sie doch sein kann!)

Aber auch Horrorautoren haben Eltern, aber das wird einem erst dann bewusst, wenn dann die Mutti zu einem sagt „Du, ich les nun dein Buch.“ Und du dich nur in Grund und Boden schämst und denkst „Was wird Mama nur dazu sagen?!“



Was hat sie denn dazu gesagt?

Sie hat sich zum Glück schon so gefürchtet, dass sie gar nicht bis zu den pikanten Szenen gekommen ist und es vorher abgebrochen hat. (falls meine Mutti das liest, ich hab diese Szenen natürlich(!) auch nicht gelesen......)



Dein neues Projekt steht ins Haus (nicht, dass ich neugierig wäre....), hast du da schon ein Veröffentlichungsdatum für mich?

Nach Korrektorat, Lektorat und co rechne ich mit Anfang Dezember. (wuuuhuuu ein Weihnachtsbuch!) Der Titel lautet „Tote Götter“. Es wird eine durchgehende Handlung in der Ich-Perspektive geben und der eine oder andere wird Einflüsse von Lovecraft erkennen.



Eine letzte Frage. Du veröffentlichst im kleinen, familiären Amrûn-Verlag. War Selfpublishing eine Möglichkeit für dich oder brauchst du diese familiäre Umgebung?

Ich brauche das. Ich brauche zwischendurch die Streicheleinheiten, das gute Zureden und die vielen lieben Worte. Ich habe die Kraft für Selfpublishing einfach nicht. Außerhalb dieser Familie würde mir das Schreiben schwerer fallen.



Liebe Faye, es war mir eine Freude dieses Interview mit dir führen zu dürfen. Und ich wiederhole mich gerne, wenn du meine Deutschlehrerin gewesen wärst, hätte ich das Fach vielleicht nicht ganz so doof gefunden!

Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Kaffee in Leipzig!

Und ihr wollt nun sicher noch mehr von Faye wissen oder direkt ihr Buch lesen? Dann hab ich hier einige Links für euch:

Kommentare:

  1. Hey meine Evil <3

    Welche wundervolles Interview. Da haben sich zwei gefunden, die einfach toll zusammenpassen. Vor allem deine Kommentare dazu. *himmlisch* Ich hatte so Kopfkino. ^^ Richtig klasse.

    Herzliche Grüße Sasija aus der Tardis <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wir hatten eine teuflisch gute Zeit :D Es ist spannend, was Faye alles erzählen kann :) noch ganz viel Stoff für weitere Interviews :)

      Löschen