Samstag, 6. Mai 2017

[Rezension] Opferreigen - M. M. Vogltanz




# von außen #

Klappentext:
Wien. Ein scheiternder Schriftsteller und seine lebensverdrossene Tochter, gesichtslose Tänzerinnen und ein skrupelloser Puppenspieler – Zutaten, die für weit mehr als einen einzigen Albtraum ausreichen.
Gabriel Seihndorfs erfolgreiche Zeiten sind vorbei. Seit seine Frau nicht mehr am Leben ist, sind seine Tage erfüllt von Selbstmitleid, der Unfähigkeit zu schreiben und den Streitigkeiten mit seiner pubertierenden Tochter Melissa.
Erst als ein geheimnisvoller Puppenspieler die Bühne betritt, bemerkt Gabriel, dass ihn mehr mit seinem Kind verbindet als ewige Zwistigkeiten. Während Melissa in einem verlassenen Theater in der Innenstadt die Wärme sucht, die sie in ihrem Zuhause vermisst, findet Gabriel sich in einer Welt zwischen Wahn und Realität wieder.

# von innen #

# erster Satz #
Ich habe lange darüber nachgedacht, wofür ich das Papier nutzen soll, das hier vor mir liegt.

Das Zusammenleben mit ihrem Vater Gabriel wird von Tag zu Tag schwerer. Melissa vermisst ihre Mutter sehr und ihr Tod schmerzt die kleine Familie auch noch nach vielen Jahren. Ihr Vater igelt sich immer mehr ein und Melissa ist fast auf sich allein gestellt.
Da wieder einmal morgens ein Streit mit Gabriel eskalierte, kann sich Melissa nicht aufraffen nach der Schule nach Hause zu gehen. Sie irrt allein durch das verregnete Wien und findet sich bald in einem Stadtteil wieder, der ihr gänzlich unbekannt ist. In einer unscheinbaren Gasse findet sie sich vor einem verlassenen Puppentheater „Theatre des Poupées“ wieder. Fasziniert verweilt Melissa vor den zerbrochenen, grauen Fenstern, als sich unverhofft die Tür öffnet und ein älterer Mann heraustritt. Er lädt Melissa in sein Theater ein, es läuft eine Vorstellung von „Le sacre du printemps – Das Opfer des Frühlings“ und diese Vorstellung solle Melissa nicht verpassen. Sie betritt das Theater und hat das Gefühl gleich eine ganz andere Welt zu betreten. Sie ist gefesselt von der Darbietung und den ungewöhnlichen Figuren…
Auch Zuhause wieder Melissa nicht mehr von den Bildern, den Tänzerinnen, dem Theater losgelassen. Als es am nächsten Tag erneut mit Gabriel zu einem heftigen Streit kommt, haut Melissa ab und wird fast schon magisch von dem Theater und dessen Direktor „Coppelius“ angezogen…

# Zitat #
Die Stille war wie ein hungriger Wurm, der sich tiefer und tiefer in ihn hineinfraß, von innen nach außen, und eine schmerzende Spur durch seinen Magen, seinen Kopf und seinen Verstand zog.

Der Horror hat es mir in letzter Zeit angetan! Und ich scheine ein Faible für österreichische Horrorautorinnen zu entwickeln! Schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit konnte mich ein Horrorroman so richtig umhauen!
Unterschiedlicher könnten die Roman zwar nicht seien, aber einen gemeinsamen Punkt möchte ich auch hier hervorheben: Horror muss nicht abartig, ekelhaft oder blutgetränkt sein! „Opferreigen“ zieht den Leser lieber ganz langsam an unsichtbaren Fäden in die Finsternis… Spannung, Atmosphäre und Gänsehaut waren die ständigen Begleiter dieses rasanten Tanzes durch die Seiten.
In „Opferreigen“ Wechsel die Perspektiven zwischen Melissa und Gabriel. Aber genau diese Perspektivwechsel sorgten immer wieder für Unmut, im positiven Sinne: Ich wollte wissen wie es bei Melissa weiter geht, aber auch Gabriel weiter begleiten und all das zusammen möglichst zeitgleich und sofort!
Dabei war der Beginn ganz unaufgeregt: man lernt Melissa und Gabriel und ihr gemeinsames und doch getrenntes Leben kennen, bis zu diesem einem Tag, der alles verändert. Damit beginnt das grausame Abenteuer der Beiden. Man fühlt mit, verliert sich zwischendurch ganz in dieser Welt (Ich kann jetzt nicht zu viel sagen, -Spoileralarm - aber wenn ihr das Buch gelesen habt, werdet ihr wissen, welche Welt ich meine ;) ) und am Ende sehnt man ein gutes Ende herbei. Man wünscht es sich für Gabriel, Melissa und sich selbst…
Ja, ihr merkt: ich mochte die Charaktere, die Geschichte, kurz gesagt: das ganze Buch!

Opferreigen erreichte mich über die Autorin M.M. Vogltanz und dem Verlag OhneOhren. Vielen Dank für euer Vertrauen und die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! Es war mir eine Freude diesen Tanz zu begleiten!



(Quelle: Klappentext, Cover: www.ohneohren.de)

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