Freitag, 29. Dezember 2017

[Rezension] Daniel is different - Wesley King



# worum geht’s eigentlich? #

# erster Satz #
Es war an einem Dienstag, als mir zum ersten Mal klar wurde, dass ich verrückt war.

Behauptet nicht nahezu jeder von sich, einen Tick zu haben? Der Tag ist z.B. gelaufen, wenn man morgens keinen Kaffee bekommt? Was aber, wenn es nicht nur ein Tick ist? Wenn es viele Ticks auf einmal sind, die zu einem unüberwindbaren Zwang werden? Wenn dann nicht nur der Tag gelaufen ist, sondern die Gedanken und Gefühle suggerieren, dass man sterben wird, wenn man nicht alles genau so einhält, wie es im eigenen Kopf Sinn macht?
So geht es dem Protagonisten in diesem Buch. Daniel is different – Daniel ist anders.
Ticks bestimmen das Leben des Jugendlichen, machen ein normales Leben fast unmöglich, doch Daniel ist sehr darauf bedacht, dass Niemand von seinen Problemen erfährt. Und bisher klappte das auch ganz gut, aber seine Rituale und Routinen werden durch viele Ereignisse immer weiter verändert.

# und wie war es? #

Das soll als Kurzbeschreibung genügen. Das Buch „Daniel is different“ spricht ein schwieriges Thema an, welches häufig eher belächelnd einen Platz in Büchern findet: Zwangsstörungen. Sie werden als nervige Ticks oder als Verrücktheit abgetan, doch dieses Buch vermittelt auf anschauliche Weise die Realität. Durch Daniel lernt der Leser einen Ausschnitt aus dem Leben mit Zwangsstörungen kennen.
Ich ertappte mich oft, wie ich über einige Abschnitte schmunzelte, im nächsten Moment wurde die Situation jedoch genauer beschrieben und die Problematik wurde deutlich. Ein „Ritual“ zum Einschlafen zum Beispiel. Jeder hat es irgendwie, doch „Daniel“ hat ein ganz spezielles und wenn er es nicht korrekt durchführt, muss er es nochmal machen und nochmal und nochmal. Im schlimmsten Fall die ganze Nacht hindurch.
Daniel is different ist aber nicht belehrend. Es zeigt auf offene Art und Weise und mit ein wenig Selbstironie das Leiden der Betroffenen.
Ich lese immer gerne das Nachwort zu einem Roman und hier kann ich es ausdrücklich empfehlen.
Roman und Nachwort erhalten die volle Punktzahl von mir!



(Quelle: Klappentext, Cover: www.magellanverlag.de)

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Oh, das hört sich aber wirklich interessant an! Und ja, ich denke auch, dass das Thema von "der Gesellschaft" nicht so wirklich wahrgenommen wird, aber es sicher immens viele Menschen gibt, die darunter leiden. Es muss gar nicht mal so ausufern, wie du es hier aus der Handlung beschreibst, ich denke so kleine Ticks hat jeder auf irgendeine Weise, die alle im Unterbewussten ablaufen.

    Ich werd mir das Buch auf jeden Fall mal auf die Wunschliste setzen!

    Liebste Grüße und danke für die Vorstellung :)
    Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,

      das Buch lohnt sich wirklich. Ich bin damals über die Rezension von Uwe überhaupt darauf gekommen. Leider lag es jetzt lang auf dem SuB und ich bin froh, dass ich es endlich zur Hand genommen habe :) Absolute Empfehlung!

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  2. Hi Eva <3,

    mir hat das Buch auch richtig gut gefallen und kann es ebenfalls nur empfehlen. Der Autor hat diese Zwangsstörungen (die er ja selbst hat) sehr gut beschrieben und ich habe mit Daniel richtig mitgelitten.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Lieber Uwe!

      Du hast mich damals auf dieses Buch neugierig gemacht! Danke nochmals dafür <3

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  3. Oha, das hört sich wirklich interessant an!
    Ich mag solche Bücher, die auch mal "Tabu"-Themen ansprechen. Es erinnert mich an das Buch von Kira Gembri "Wenn du dich traust". Da geht es ja auch um solche Zwangsstörung, wobei die Liebesgeschichte mehr im Mittelpunkt steht.
    Aber deine Rezension macht mich echt neugierig, danke für den Tipp!

    LG
    Tilly

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