Sonntag, 31. Mai 2020

[gnadenlos] The Grace Year - Kim Liggett

# worum geht’s eigentlich? #

# erster Satz #

Niemand spricht über das Gnadenjahr.

Im Gnadenjahr sollen die Mädchen ihre Magie finden, ausleben und los lassen. Deshalb wird Jahr für Jahr eine Gruppe junger Frauen ins Exil geschickt. Ein Jahr allein in der Gruppe, allein unter Frauen, umringt von Feinden. Wenn die Frauen nach diesem Jahr zurück kehren, sehen sie aus wie Überlebende, zumindest diejenigen, die überhaupt lebend zurück kommen.

Tierney konnte ihr bisheriges Leben in Freiheit auskosten, sie hat die Tage im Wald und in der Wildnis zusammen mit ihrem besten Freund genossen. Doch auf das Gnadenjahr kann sie niemand vorbereiten. Die Überlebenden dürfen nicht über das Gnadenjahr sprechen. Am Abend vor der Abreise weiß Tierney eines mit Sicherheit, es ist nicht der Wald, es sind nicht die Wilderer vor denen sie sich Fürchten muss. Mit der eigentlichen Gefahr wird sie das nächste Jahr zusammen eingesperrt.


# Zitat #

Das ist er.

Der Anfang vom Ende für manche von uns.


# und wie war es? #

Ich sitze schon fast eine Woche über dieser Rezension. Nicht, weil das Buch so schlecht war. Eher, weil ich meine vielen Gedanken zum Gelesenen nicht richtig zu „Papier“ bringen kann.

Meine Notizen werfen mir einigen Worte entgegen: Dystopie, Survivaltrip, Mensch vs Mensch, Menschlichkeit?, Anarchy.

Jetzt versuche ich das mal in meine Meinung umzuwandeln. In „The Grace Year“ geht es nicht nur um die Grausamkeiten der Männer gegenüber ihren Frauen und Töchtern, nein, es geht auch um Gewalt, die wir Frauen uns gegenseitig antun. Dieses Buch ist eine traurige Zusammenfassung der menschlichen Gesellschaft. Nachdem es keine Regeln mehr gibt, gilt das Gesetz des Stärkeren. Es zeigt den Verlust jeglicher Menschlichkeit, das was uns ausmacht. Anstatt neue Regeln aufzustellen, gilt direkt das Gesetz des Stärkeren. Natürlich? Ja, aber nicht mehr in einer zivilisierten Gesellschaft. Und machen wir uns nichts vor, bei der Austreibung von Magie von Frauen, denkt wohl jeder unweigerlich an die Hexenprozesse, die Jagd auf unbequeme Frauen.

Während ich also dieses Buch für Jugendliche las, dachte ich immer wieder an die reale Geschichte unserer Welt.

Auch wenn mich die Geschichte und auch die Idee dahinter sehr begeistert hat, hätte ich mir doch noch mehr Fokus auf die Rebellion, den Ausbruch aus der von Männern dominierten Welt gewünscht. Die Ansätze waren da, aber die richtige Explosion hat mir gefehlt. Trotzdem ist „The Grace Year“ ein wichtiges Buch für unsere Zeit. Es bietet viele Denkanstöße und zündet vielleicht doch das eine oder andere Feuer im Kopf.


(Quelle: Klappentext, Cover: www.dressler-verlag.de)


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